Meine Bernhardiner Seite

Diese Seiten sind unserem Leon gewidmet der leider am 19.08.2004 verstorben ist

  • Was heißt züchten?
  • Artgenossen
  • Ausstellungen
  • Auf Reisen
  • Der Hund wird alt

Was heißt züchten?

„Das ist doch klar", werden einige sagen? „Man läßt eine Hündin und einen Rüden zusammen, damit nach einer bestimmten Zeit Junge geboren werden, die man möglichst gewinnbringend verkauft!" Halt! Sie meinen „vermehren", züchten ist viel, viel mehr.

Da jedes Lebewesen das Produkt aus vererbbaren Faktoren und Umwelteinflüssen ist, müssen diejenigen, die züchten wollen, sich sehr intensiv mit der Vererbungslehre befassen.

Die Vielzahl der verschiedenen Hunderassen läßt sich von einer Stammform ableiten.

Durch ein beständiges, über viele Jahrhunderte währendes Aussuchen und Ausmerzen bestimmter Körper- und Verhaltensmerkmale sind diese Rassen entstanden. Wird beispielsweise der Foxterrier aufgrößtmögliche Raubwildschärfe gezüchtet, so wird in der Bernhardinerzucht besonderer Wert auf den ruhigen, gutmütigen Charakter gelegt.

Einige Rassezuchtverbände versuchen immer kleinere Hunde zu  züchten, andere wollen immer höher hinaus. Extreme Zuchtrichtungen wie Zwergformen, Riesenwuchs, Gnomengesichter, übertrieben lange  Haare usw. sind das Ergebnis sorgfältigster Selektion (Auswahl) über Generationen, wobei der Rassestandard oft durch den etwas bizarren Geschmack der Züchter und Liebhaber fixiert wird.

Eine planmäßige Züchtung versucht eine bestimmte Rasse nicht nur zu vermehren, sondern sie auch zu verbessern. Um etwas verbessern zu können, muß man einen möglichst genauen Überblick darüber erwerben, was als besonders gut beziehungsweise besonders schlecht für eine Rasse festgelegt ist.

Die gründliche Auswahl des passenden Zuchtpartners bedeutet die erste und gleichzeitig schwierigste Aufgabe des Züchters. Er muß bedenken, daß Rüde wie Hündin gleichermaßen ihre Erbanlagen weitergeben. Deshalb sollten die Erbanteile beider Eltern von mög lichst vollkommen gleicher und bester Ausstattung sein.

Es kann nicht der Verbesserung der Rasse - dem erklärten Zuchtziel - dienen, wenn man eine schlechte Hündin mit dem besten Rüden paart. Es ist erwiesenermaßen falsch, wenn alle Hoffnungen auf die Vererbungskraft des Rüden gelegt werden.

Diese „Zufallszüchter" werden auf Dauer keinen positiven Zuchtbeitrag leisten können, wenn sie der Erblehre nicht genügend Beachtung schenken. Der nächstbeste ist häufig nicht der ideale Partner.

Fehler ebenso wie besondere Vorzüge körperlicher oder wesensmäßiger Art verstärken sich, je enger die Blutlinie ist. Je nach dem Grad der Verwandtschaft nennt man sie Inzucht (Verwandtschaftszucht) oder Inzestzucht (engste Verwandtschaftszucht). Beispiele für die Inzestzucht sind Vater gepaart mit Tochter, Mutter gepaart mit Sohn, aber auch Bruder gepaart mit Schwester aus einem Wurf.

Es bedarf manchmal vieler Generationen, um negative Erbfaktoren wieder wegzuzüchten oder um besonders erwünschte Eigenschaften fest in der Zucht zu verankern.

Bei jedem Wurf sollte weniger die Anzahl der Welpen als vielmehr die Qualität entscheidend sein. Deswegen muß ein gewissenhafter Züchter auswählen und gegebenenfalls regulierend eingreifen. Nur die besten sollten wieder in die Zucht gelangen.

Einige Faktoren lassen sich nur dann als zum Erbbild (Genotyp) gehörend erkennen, wenn man diese Faktoren schon bei den Eltern, Großeltern und Urgroßeltern feststellen konnte. Die Ahnentafeln sagen darüber nicht genügend aus. Züchter und Besitzer der Vorfahren sollte man nach Möglichkeit danach befragen.

Es muß unbedingt darauf hingewiesen werden, daß nicht unbedingt der am meisten preisgekrönte Bernhardiner seine Vorzüge am besten vererbt. Gar nicht selten sind Bruder und Schwester des Champions bessere Vererber als dieser selbst.

Die Bernhardiner neigen dazu, Probleme mit einem ordentlichen Gangwerk zu haben. Eine Ursache, aber wohlgemerkt nur eine, liegt in der Erkrankung durch HD (Hüftgelenksdysplasie). Diese Krankheit (HD) ist erblich veranlagt. Dieses Wissen um eine erbliche Veranlagung muß für jeden verantwortungsbewußten Züchter gleichzeitig auch die Maxime seines züchterischen Strebens und Handelns bedeuten:

„Verpaare keine Elterntiere, die mit HD - gleich welchen Grades behaftet sind."

Vor einer Zuchtzulassung müssen Hündinnen und Rüden durch einen Röntgenbefund nachweisen, ob sie frei von dieser Krankheit sind oder in welchem Maße sie damit behaftet sind. Zur Zeit gibt es folgende Kriterien: HD-frei (HD 0), HD-Grenzfall (HD 1), HD-leicht (HD 2), HD-mittel (HD 3), HD-schwer (HD 4).

In den Ahnentafeln der Elterntiere steht nun schon in der dritten Generation der HD-Grad der jeweiligen Zuchttiere. Lassen Sie sich, liebe Bernhardinerfreunde und -Interessenten, auch aus diesem Grunde die Ahnentafeln der Elterntiere „Ihres" Welpen zeigen. Je öfter darauf der Vermerk HD-frei zu finden ist, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß „Ihr" Welpe von dieser Krankheit verschont bleibt.

Bernhardiner halten ist ein schon nicht gerade billiges Vergnügen, Bernhardiner züchten bedeutet, sehr viel Zeit, eine Menge Geduld und ziemlich viel Geld zu investieren, ohne Garantie auf Erfolg zu haben.

Es sollten sich alle sehr gründlich überlegen, ob sie diese Opfer auf sich nehmen wollen.

Begegnungen mit Artgenossen auf Spaziergängen

Gehen Sie mit Ihrem erwachsenen Bernhardiner spazieren, geschieht es tagtäglich, daß Sie anderen Gespannen Mensch-Hund begegnen, wobei nicht immer eindeutig geklärt scheint, wer wen an der Leine hat. Bei diesen Begegnungen kann man vieles erleben. Eines der möglichen Erlebnisse möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Da Sie zu den Hundebesitzern gehören, die auch schon mit dem Welpen und Junghund spazierengegangen sind, haben Sie sicherlich frühzeitig erkannt, daß Sie von Ihrem Hund Disziplin verlangen müssen. In den Seiten über die Erziehung Ihres Bernhardiners lag das Hauptgewicht auf das Verhalten des Hundes dem Menschen gegenüber. Nun geht es darum, Ihrem Hund Disziplin anderen Hunden gegenüber abzuverlangen.

Als Welpe und Junghund bis zu etwa zwölf Monaten war Ihr Bernhardiner willkommener Spielgefährte anderer Hunde verschiedenster Rassen. Es zeigte sich, daß kleinere, jedoch ältere Hunde deutlich reservierter im Spiel waren als größere Hunde. Es hätte ja auch gereicht, wenn Ihr zwölf Monate alter Junghund einem Pekinesen im Spiel auf den Rücken gesprungen wäre, um diesem das Rückgrat zu brechen. Zu Beginn dieser Begegnungen hat Ihr Hund wohl sehr oft auf dem Rücken gelegen und sich manches Mal „aus Angst in die Hose gemacht". Dieses Verhalten eines jungen Hundes älteren gegenüber ist angeboren. Es zeigt einmal dem Älteren, ich bin klein, tue mir nichts. Zum anderen ist dies eine Aufforderung zum Spiel. Diese Unterwerfungsgeste, bei der der Kleine dem Großen seine verwundbarste Stelle, die Halsschlagader darbietet, bewirkt bei dem Großen eine sogenannte Beißhemmung. Er, der sonst bei jeder Rauferei dabei ist und kräftig zupackt, kann diesem Kleinen nichts tun. Viele erwachsene Hunde verhalten sich ebenso, wenn sie einen anderen als den Stärkeren anerkennen und es nicht zum Kampf kommen lassen wollen.

Doch fast unmerklich wurde Ihr Hund älter und reifer. Aus dem ängstlichen, vorsichtigen Welpen wurde ein selbstbewusster Bernhardiner, der ob seiner Größe und kräftigen Erscheinung kaum noch Spielkameraden findet. Mit diesem gehen Sie nun spazieren. Und plötzlich stehen Sie einem fremden Hund gegenüber, der ohne Herrn oder Frauchen ist. Beide Hunde erstarren. Fast unmerklich straffen sich die Körper. Sie nehmen ihre „Imponierhaltung" ein, das heißt, sie nehmen die Schwänze waagerecht in die Höhe und richten sich so hoch es geht auf. Langsam und steifbeinig schreiten sie aufeinander zu. Die Ohren bilden zum Kopf ein Dreieck. Schließlich stehen sie Seite an Seite und Kopf an Schwanz und beriechen gegenseitig die Afterregion. Dies ist ein Ausdruck der Selbstsicherheit. Schwindet die Selbstsicherheit, senkt sich als äußeres Zeichen der Schwanz des Betreffenden. (Auch innerhalb eines Wurfes, also im Welpenalter, kann man an der Stellung des Schwanzes beim Kampfspiel den Mut der einzelnen ablesen. Je höher der Schwanz getragen wird, um so mutiger ist der Welpe.)

Nun noch ein sehr ernst gemeinter Rat: Sollte es sich einmal ergeben, daß Ihr Bernhardiner sich in einem Kampf mit einem anderen Hund befindet, treten Sie in keinem Fall dazwischen, um die Kampfhähne zu trennen. Der fremde Hund fühlt sich noch bedrohter und würde deshalb fester zupacken, der eigene Hund fühlt sich behindert beziehungsweise von Ihnen angegriffen, und nicht selten wird derjenige, der dazwischen steht, von einem oder gar beiden angefallen. Haben Sie Wasser zur Hand, versuchen Sie die Hunde durch einen kräftigen Wasserguß abzulenken und zu trennen. Doch wer hat schon auf einem Spaziergang diese Möglichkeit!? Es bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als den Kampf abzuwarten. Es nützt gar nichts, sondern vergrößert die Kampfwut, wenn Sie auf einen oder beide Hunde einschlagen.

Da dies Rangordnungskämpfe sind, werden bei instinktsicheren Hunden keine tödlichen Wunden geschlagen werden. Doch wer kann schon wissen, ob wir instinktsichere Hunde haben?

Mit dem Bernhardiner auf Ausstellungen

Während es für die Züchter eine wichtige Verpflichtung ist, mit ihren Bernhardinern auf Ausstellungen zu erscheinen, wird es von den Liebhabern als eines von den vielen Erlebnissen mit ihrem Hund gewertet. Für sie ist ihr Hund, gleich welches Urteil der Richter abgeben wird, immer der schönste.

Dem Züchter ist aus mehreren Gründen daran gelegen, seine Tiere, auch seine verkauften, auf Ausstellungen zu zeigen. Einmal kann er sich auf Ausstellungen durch besondere Platzierungen seiner Hunde einen Namen machen, was sich in einem guten Welpenverkauf niederschlagen kann. Zum anderen muß er seine jüngeren Hunde einer Zuchteignungsprüfung unterziehen (auch Körung genannt), bevor er sie zur Zucht verwenden darf.

Als Interessent unserer Rasse haben Sie die Möglichkeit, sich genauestens umzusehen, Stockhaar mit Langhaar zu vergleichen, einen Überblick über das Zuchtmaterial zu erhalten und vor allem eine Reihe von Züchtern kennenzulernen und mit Fragen zu bombardieren. Die Bernhardiner werden auf den Ausstellungen nach Altersgruppen, aber auch Leistung gestaffelt in den „Ringen" den Richtern vorgeführt: Jüngstenklasse (6-9 Monate alt), Jugendklasse (9-18 Monate alt), Offene Klasse (ab 15 Monaten) und Siegerklasse (nur für Hunde mit bestimmten Siegertiteln). Während andere Rassen wie Schäferhunde oder Boxer Gehorsamsübungen absolvieren müssen, werden Bernhardiner nur auf sogenannten Schönheitsausstellungen vorgeführt. Da Schönheit aber vom Geschmack abhängt und somit leicht subjektiv bewertet wird, gilt der Standard als Richtlinie für die Beurteilung durch die Richter. Bevor Sie mit Ihrem Hund eine Ausstellung besuchen wollen, empfiehlt es sich, mehrere Schauen ohne Hund aufzusuchen, um den „alten Hasen" einige Tricks bei der Vorführung abschauen zu können, aber auch, um den eigenen Hund mit denen der möglichen Konkurrenz vergleichen zu können.

Die von den Richtern zu vergebenden Bewertungen drücken sich in den Noten befriedigend, gut, sehr gut und vorzüglich aus.

  • „Befriedigend" wird erteilt, wenn ein Hund, auf den Standard bezogen, schwerwiegende Fehler aufweist, die die Rassekennzeichen gar nicht oder nur wenig zur Erscheinung kommen lassen. Man spricht auch vom Hund ohne Typ.
  • „Gut" wird den Hunden gegeben, die zwar besser als die vorgenannten sind, bei denen aber ebenfalls so schwerwiegende Fehler vorliegen, daß diese Hunde zur Zucht nicht zugelassen werden.
  • Die Note „sehr gut" wird an die Hunde vergeben, die rassetypisch sind, aber doch einige Fehler aufweisen. Diese Note rechtfertigt die Zulassung zur Zucht.
  • Ein „vorzüglich" ist das erstrebte Ziel eines jeden Ausstellers. Es wird an die Hunde vergeben, die in hohem Maße dem Rassestandard entsprechen und so dem Idealtyp möglichst nahe kommen. Da kein Hund absolut fehler- oder mängelfrei ist, wird unter den vorzüglichen Tieren die Platzierung 1. bis 4. vergeben. Die Unterschiede sind oft so gering, daß nur die direkte Gegenüberstellung entscheidet. Außerhalb des Ringes sind diese Kleinigkeiten nur sehr unvollkommen zu bemerken, wodurch manchmal Richterurteile in falschem Licht erscheinen können. Zum Beispiel ist es nur dem Richter möglich, die Gebisse zu vergleichen.

Mit dem Bernhardiner auf Reisen

In unseren Nachbarstaaten werden ebenfalls sehr viele Rassehundeschauen abgehalten. Wenn Sie diese mit Ihrem Hund besuchen wollen,  kommen Sie ohne Übernachtungen und lange Autofahrten kaum  zurecht. Dies artet in einen Kurzurlaub aus, für den genau wie für jeden anderen Urlaub bestimmte Dinge vor Antritt der Fahrt geregelt sein müssen. Daß Ihr Bernhardiner stubenrein und gesund ist, sollte eine selbstverständliche Voraussetzung sein. Ebenso wird es Ihnen nicht in den Sinn kommen, eine läufige oder tragende Hündin mit auf die Reise zu nehmen.

In den meisten Ländern ist eine vorbeugende Schutzimpfung gegen Tollwut zwingend vorgeschrieben. Die letzte Tollwutimpfung muß dabei mindestens vor 30 Tagen, höchstens aber ein Jahr vorher verabreicht worden sein.

Einigen wenigen Ländern ist dies noch zuwenig Schutz für die einheimischen Tiere. Sie verlangen deshalb eine Quarantänezeit, deren Dauer in Monaten hinter dem Land in Klammern angegeben ist: Finnland (4), Großbritannien (6), Irland (6), Norwegen (4), Schweden (4). Für die meisten europäischen Länder müssen Sie die Impfbescheinigung, die im Internationalen Impfpaß eingetragen ist, vom Amtstierarzt bestätigen lassen.

Doch das sind gar nicht die eigentlichen Sorgen der Bernhardinerfreunde. Es ist so schwer, mit einem 90 kg schweren Hund ein Hotel oder eine Pension zu finden, die nicht höflich, aber bestimmt ablehnt. Aus diesem Grund muß der geliebte Vierbeiner dann traurig und einsam zu Hause bleiben. Wenn er in seinem Heim von Bekannten versorgt werden kann oder wenn man sich über den örtlichen Tierschutzverein die Adresse eines vertrauenswürdigen Tiersitters geben läßt, ist der Schmerz nicht so groß, wie wenn er in ein Tierheim oder eine Tierpension gegeben werden muß.

Ein anderes Urlaubsproblem muß auch aus Rücksicht auf die Gesundheit des Bernhardiners überdacht werden: Die Auswahl des Urlaubslandes oder -ortes.

Namentlich unseren langhaarigen Bernhardinern werden Sie keine Urlaubsfreuden bescheren, wenn Sie ihn beispielsweise ins heiße Italien oder Spanien mitnehmen. Dagegen bestehen keine Bedenken, ihn mit in den Wintersport zu nehmen. Achten Sie allerdings darauf, daß Ihr Hund nichts auf den Pisten zu suchen hat.

Die Bernhardiner lieben das Wasser und schwimmen gerne und gut. Hier könnten sich die Familieninteressen mit denen des Hundes decken. Verständlicherweise gibt es eine Reihe Seebäder, bei denen Hunde nur auf besondere Strandabschnitte mitgenommen werden dürfen.

Der Trend zur Ferienwohnung oder zum Chalet kommt unserem Hund natürlich entgegen, hat er hier doch die Chance, sein Bewegungs- und Platzbedürfnis annähernd wie zu Hause befriedigen zu können. Zudem stört es nur Sie und Ihre Familie, wenn er seinem Unmut durch Bellen Luft macht. Im Hotel oder in der Pension würden bald die ersten Beschwerden kommen.

Unser Hund wird alt - Der letzte Weg

Im Volksmund gibt es den Vergleich: Ein Hundejahr entspricht sieben Menschenjahren. Dieser Vergleich hinkt. Unser Bernhardiner ist mit zwölf Monaten bereits geschlechtsreif. Ein siebenjähriges Menschenkind ist aber immer noch ein Kind.

Ein Hund, der vernünftig ernährt und gehalten wird, bleibt bis ins Alter hinein vital. Schlanke - nicht magere - Hunde leben länger als fette. Doch in welchem Alter gilt der Bernhardiner als alt? Während ein neunjähriger Dackel oder Rehpinscher immer noch im besten Alter sein kann - bei einem Endalter von 14 bis 16 Jahren -, gilt ein neunjähriger Bernhardiner schon als recht alt. Nur wenige sind bekannt, die über zehn Jahre alt geworden sind. Es gibt kurz- und langlebige Rassen. Alle Zwergrassen werden durchschnittlich viel älter als die „Riesenrassen". Außerdem ist ein rasches oder langsames Altern zum Teil erblich bedingt. Deshalb sollte ein vorzüglicher Rüde, wenn er mit neun Jahren noch vital ist, jüngeren Rüden in der Zucht vorgezogen werden, besteht doch die Chance, daß er seine Langlebigkeit weitervererbt. Anders ist es bei der Bernhardinerhündin. Hier stellen sich bei älteren Tieren (über sieben Jahre) häufiger Geburtsschwierigkeiten ein als bei jüngeren.

Woran erkennt man, daß der Hund alt ist? Der Besitzer wird meist der letzte sein, der Veränderungen an seinem Hund feststellt. Häufig sind es Bekannte, die nach längerer Zeit den Hund wiedersehen und ausrufen: „Der Barry wird auch immer älter!" Dann sehen wir es auch. Es fällt uns wieder ein, daß er im letzten Sommer die warme Sonne gesucht hat, die er früher immer gemieden hat. Und jetzt im Winter liegt er nur in der Mittagszeit einige Stunden vor der Hütte, ansonsten sucht er das wärmende Stroh auf. Dann schläft er auch länger als früher. Auf den Spaziergängen tobt er nicht mehr so viel mit anderen Hunden wie früher. Mit einem Wort, er ist viel ruhiger geworden. Mit zunehmendem Alter tritt häufig eine Verstopfung der Analdrüsen ein, die der Hund durch Auf-dem-Hintern-Rutschen zu entleeren versucht. Hier sollte der Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Sofern er nicht eines Tages plötzlich tot im Zwinger liegt, stehen alle Hundebesitzer einmal vor dem schweren Entschluss, sich von ihrem Hund, der sie mehrere Jahre begleitet hat, trennen zu müssen. Starke Schmerzen und Altersbeschwerden des Hundes sollten uns den Mut geben, mit ihm den letzten Weg zu gehen. Derjenige, dem er während seines Lebens am meisten zugeneigt war, sollte mit ihm zum Tierarzt gehen, bei ihm bleiben, bis die Betäubungsspritze wirkt; die letzte Spritze nimmt er schon nicht mehr wahr. In diesen letzten Minuten mildern Sie durch Ihre Gegenwart seine Angst vor dem Tierarzt.

Ist der erste Schmerz über den Verlust Ihres treuen Bernhardiners vorbei, werden Sie sicherlich den Wunsch haben, wieder einen Hund dieser Rasse zu erwerben. Das Rad wird sich von neuem drehen. Nur vergessen Sie eines nicht: Kein Hund ist wie der andere; Aussehen und Geschlecht können Sie aussuchen, doch im Charakter kann, aber muß er nicht dem ersten gleichen

 

 


©1996-2007 Monique Pauwels-Majerus all rights reserved