Meine Bernhardiner Seite

Diese Seiten sind unserem Leon gewidmet der leider am 19.08.2004 verstorben ist

  • Alter des Welpen
  • Sommer oder WInterwurf
  • Rüde oder Hündin
  • Stock oder Langhaar
  • Wohin wenden?

Wie alt soll der Hund beim Kauf sein?

Wollen Sie sich nur einen Hund und nicht mehrere halten, empfehle ich Ihnen, ihn so jung wie möglich zu kaufen. Der Welpe muß aber mindestens acht Wochen alt sein. Voraussetzung für den Kauf eines so jungen Hundes ist jedoch, daß Sie genügend Zeit und Geduld zur Erziehung des Kleinen besitzen. Sie müssen berücksichtigen, daß in dem Alter viel gespielt wird und im Spiel manches zerbissen und ausgerupft wird. Dafür erleben Sie Ihren Hund in allen relevanten Lebensphasen, bevor er durch andere geprägt ist.

Es ist bequemer, einen älteren Hund zu erwerben, der die schwierige Zeit der Aufzucht, des Wachstums und der Kinderkrankheiten hinter sich hat. Allerdings kann er Eigenschaften besitzen, von denen Sie nicht erfreut sind, deren Ursache sich nie ermitteln läßt. Wählen Sie den Mittelweg und nehmen Sie einen drei bis vier Monate alten Bernhardiner, so befindet er sich in der Rangordnungsphase. Wenn er ein wesens- und charakterfester Hund wird, so versucht er immer wieder, Mittel und Wege zu finden, seinen Rang aufzupolieren.

Geben Sie jetzt den Launen Ihres Hundes nach, haben Sie später einen vorgezogenen, manchmal unberechenbaren Haustyrannen. In dieser Altersphase versucht er Ihnen klarzumachen, daß er alleine über Auswahl und Menge seines Futters entscheiden möchte. Bleiben Sie konsequent, denn verwöhnen Sie ihn jetzt, so müssen Sie ihn zehn bis zwölf Jahre verwöhnen.

Während sich die Entwicklung des Welpen in den ersten Wochen nur im Lebensbereich der Hündin und unter deren ständiger Betreuung abspielt, beginnt er in der Sozialisierungsphase (achte bis zwölfte Woche) langsam zu erlernen, wie er sich in einer größeren Gemeinschaft als der seines Welpenrudels zu verhalten hat. Die Züchter sollten sich in dieser Zeit verstärkt darum bemühen, daß die Welpen intensiven Kontakt mit Menschen erhalten. Ist der Welpe in dieser Phase bereits bei Ihnen, sollten Sie so oft wie möglich mit ihm spielen. Je öfter und für den Hund lustiger gespielt wird, desto größer wird die Lernfreudigkeit des Hundes. Wer sich jetzt nicht genügend spielend mit dem Welpen beschäftigt, braucht sich später nicht über seinen „dummen" Hund zu ärgern.

Einen ausgewachsenen, sprich „fertigen" Bernhardiner zu erwerben, ist Anfängern in der Hundehaltung nicht zu empfehlen. Die Sorgen der richtigen Aufzucht sind Ihnen zwar abgenommen, dafür müssen Sie erst behutsam seinen Charakter studieren. Das können Sie aber nur, wenn Sie entweder ausführlich mit dem Vorbesitzer gesprochen haben oder, noch besser, den Hund in seiner alten Umgebung mehrmals erlebt haben.

Damit wird bei erwachsenen Hunden von vornherein der Kauf beim Händler ausgeschlossen sein. Wenden Sie sich wieder an die Züchter. Verfahren Sie genauso, wie wenn Sie einen Welpen erwerben möchten.

Derjenige wird eher einen erwachsenen Hund glücklich machen, der ihn aus Züchterhand - da er vielleicht nur einer unter vielen ist - ins Haus holt, wo er der verwöhnte Star wird, als jener, der den umgekehrten Weg einschlägt. Ein Bernhardiner, der seine ganze Jugend im Wohnhaus innerhalb der Familie verbracht hat, wird sich sehr schwer tun, wenn Sie ihn in einen Zwinger stecken wollen.

In den meisten Fällen trauern die Hunde den alten Besitzern eine Zeitlang nach, dann fressen sie schlecht, bellen oder heulen viel, sind manchmal unansprechbar. Doch je mehr Zeit Sie jetzt für ihn aufwenden, mit ihm spazieren gehen, mit ihm zu spielen versuchen, ihn immer wieder kraulen und vor allem ruhig zusprechen, um so schneller wird er sich Ihnen zuwenden

Sommer- oder Winterwurf?

Die Hündinnen sind in Bezug auf ihre Läufigkeit (Hitze) nicht einheitlich auf das Frühjahr oder den Herbst festgelegt. So fallen denn auch Würfe über das ganze Jahr verstreut. Meist werden die Welpen aber in den Monaten Mai bis Juli oder November bis Januar geboren. Die Züchter sprechen deshalb von Sommer- oder Winterwürfen. Es gibt viele Züchter, die glauben, Sommerwürfe seien gesünder und kräftiger als Winterwürfe. Dafür fehlt aber jeder schlüssige Beweis.

Entscheidend für das Wachstum und die Entwicklung der Welpen sind artgerechte Haltung und Fütterung. Winterwürfe bedeuten zweifellos für den Züchter ein Mehr an Arbeit und Kosten. Es bedarf eines beheizbaren, gegen Kälte und Zugluft bestmöglich isolierten Wurfraumes. Der Auslauf muß so gestaltet sein, daß ein Teil immer trocken ist und von der Wintersonne beschienen werden kann. Die tagtägliche Säuberung des Auslaufes bei Schnee und Regen wird zur harten Arbeit, denn es gilt: Je mehr Hunde - auch Welpen -, desto mehr Kot. Das Futter muß so untergebracht werden, daß es dann, wenn es gebraucht wird, nicht zu kalt ist, das Wasser muß für die Welpen angewärmt werden.

Bei Sommerwürfen entfällt weitgehend die Notwendigkeit der Beheizung des Wurfraumes. Wegen der vielen Fliegen und anderer Insekten müssen aber Kot und Futterreste schneller entfernt werden.

Beide Möglichkeiten ergeben Vor- und Nachteile für den Züchter. Für Sie und Ihren Welpen sollte bei optimaler Haltung und Fütterung dies kein Entscheidungsgrund sein. Für Sie gilt eher die Überlegung: Wann möchte ich in Urlaub fahren?

Gleich zu welcher Jahreszeit Sie Urlaub machen wollen, holen Sie sich keinesfalls ein bis zwei Monate vorher den Hund. Die Umstellung vom Züchter zu Ihnen ist nicht einfach, eine erneute Umstellung zu den „Ferieneltern" könnte nachteilige Folgen für das Wesen Ihres Hundes haben. Warten Sie mit dem Kauf bis nach Ihrem Urlaub.

Rüde oder Hündin?

Es soll Züchter geben, die empfehlen im Frühjahr mit beredter Zunge, nur ja einen Rüden zu kaufen. Im Herbst empfehlen sie ausschließlich Hündinnen. Warum? Einzig aus dem Grunde, weil sie einmal nur Rüden, das andere Mal nur Hündinnen im Wurf haben, die sie gern verkauft haben möchten.

Wenn Sie zum Züchter kommen, muß Ihre persönliche Entscheidung, ob Rüde oder Hündin, bereits getroffen sein. Rüde wie Hündin können gleich wachsam sein (Rüden wurden von findigen Einbrechern durch mitgebrachte heiße Hündinnen abgelenkt). In Bezug auf Treue und Kinderliebe hieße es schlichtweg lügen, wollte man einem Geschlecht den Vorzug geben.

Und trotzdem gibt es Gründe für die Vorliebe eines Geschlechtes. Ein Rüde ist immer mächtiger, größer und kräftiger als eine Hündin. Wer Wert auf diese Eigenschaften legt, muß sich einen Rüden kaufen. Da die Hündin als Rudeltier im Rudel meist unter dem Leithund in der Rangordnung steht, ist ihr Unterordnungstrieb meist ausgeprägter als beim Rüden.

Wer zur Hündin tendiert, muß bedenken, daß diese zweimal im Jahr läufig (heiß) wird und dann weniger gehorsam ist. Außerdem kann sie durch ihren blutig-schleimigen Ausfluss zusätzlichen Schmutz auf den Fußboden bringen.

Beim Rüden, der über das ganze Jahr deckbereit ist, bedeutet der Duft einer heißen Hündin in der Nachbarschaft, daß er, allen Verboten und Hindernissen zum Trotz, die „Dame" besuchen möchte. Ärger kann es beim Rüden auch geben, wenn er jeden Baum, jede Hausecke, die Autoreifen des Nachbarn und so weiter glaubt markieren zu müssen. Er beansprucht ein großes Herrschaftsrevier und kennzeichnet dies an seinen Grenzen durch Duftmarken (Urin).

Stockhaar oder Langhaar?

Beide Haararten dürfen sowohl jede für sich als auch gemischt gezüchtet werden. Ihr persönlicher Geschmack muß hier die Wahl treffen. Wollen Sie Ihren Hund im Hause halten, macht der stockhaarige Hund weniger Schmutz als der langhaarige. Die Pflege des Stockhaarigen ist einfacher. Der Langhaarige wirkt dagegen, wenn er gut gepflegt ist, mächtiger und ehrfurchtgebietender. Aber es wäre vermessen, hier raten zu wollen. Treffen Sie die Entscheidung nach Rücksprache mit Ihrer Familie.

Keinen Hund ohne Ahnentafel und Impfpaß

Kaufen Sie Ihren Bernhardiner beim Züchter, so ist dieser verpflichtet, zu dem Hund auch die entsprechende Ahnentafel und den zugehörigen Impfpaß ohne Aufpreis auszuhändigen. Die Ahnentafel enthält den Namen des Hundes, eine möglichst genaue Beschreibung des Äußeren (Farbe und Abzeichen), die ein Verwechseln ausschließen sollen, nennt die Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und Ur-Ur-Großeltern. Ferner Name und Adresse des Züchters. Die Richtigkeit der gemachten Angaben müssen Züchter und Zuchtbuchführer durch Unterschrift bestätigen.

Kaufen Sie nur bei dem Züchter einen Hund, der seinen Hunden einen „Internationalen Impfpaß" mitgibt. Jeder verantwortungsbewusste Züchter lässt auf seine Kosten bei den sieben bis neun Wochen alten Welpen die Grundimmunisierung gegen Staupe, Hepatitis und Leptospirose durch einen Tierarzt durchführen und auf diesem Internationalen Impfpaß bescheinigen. Diesen Impfpaß brauchen Sie, wenn Sie mit Ihrem Hund ins Ausland wollen.

Sollten Sie einen Junghund von etwa fünf Monaten kaufen, achten Sie darauf, daß neben der Grundimmunisierung auch die erste Wiederholungsimpfung vorgenommen und eingetragen ist. Die zweite Wiederholungsimpfung sollte am Ende des ersten Lebensjahres durchgeführt werden.

An wen kann ich mich wenden?

Die Möglichkeiten, einen Hund zu erwerben, der Bernhardiner genannt wird, sind vielfältig:

  1. Von Bernhardinerbesitzern, die sich gezwungen sehen, ihren Hund zu verkaufen;

  2. aus Tierheimen, die der Aufsicht und Betreuung durch den Deut schen Tierschutzverein unterliegen;

  3. von Hundefarmen, die neben vielen anderen Rassen auch den Bernhardiner anbieten;

  4. vom Hunde(fach)handel, wo Sie „Ihren Bernhardiner" im Schaufenster bewundern (oder bemitleiden) können, oder von den Hundehändlern, die per Post, Eisenbahn oder Flugzeug Ihnen ein Paket ins Haus schicken, aus dem Sie ein völlig verängstigtes, nach Kot und Urin stinkendes Etwas herausholen, das vom Verkäufer als "Bernhardiner" angeboten worden ist.

Schlagen Sie die Tageszeitungen, vornehmlich die Wochenendausgaben, auf, finden Sie manchmal Angebote der ersten und zweiten Gruppe, aber tatsächlich solche der dritten und vierten Gruppe. Die Bernhardiner, deren Besitzer aus familiären Gründen, aus räumlichen Veränderungen heraus, aus zeitlichen oder finanziellen Gründen sich zum Verkauf entschlossen haben, sind fast nie Welpen, selten Junghunde im ersten Lebensjahr, meist dagegen ausgewachsene Tiere. Ob sie alle überwiegend positive Erlebnisse mitgemacht haben, kann an dieser Stelle nicht schlüssig beantwortet werden, aber so mancher Hund erhält durch ein neuerliches Herausreißen aus seiner gewohnten Umgebung und die damit verbundene schwierige Eingewöhnung seelisch einen Knacks, der sich bestenfalls darin äußert, daß der Hund nicht zutraulich wird, sondern nur futterzahm, schlimmstenfalls darin, daß er das Futter verweigert und eingeht. Sie können natürlich auch Glück haben, und Sie erhalten das, was Sie sich gewünscht haben. Von den Tieren, die aus Tierheimen angeboten werden, stammt nur einer von hundert aus der Zucht eines anerkannten Züchters. Auch diese Tiere haben oft schon Schlimmes durchleben müssen, ehe sie im Tierheim aufopfernd hochgepäppelt werden. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, später einmal Ihren Hund auf Ausstellungen zu bringen oder gar zu züchten, ist es unumgänglich, einen Bernhardiner zu besitzen, der eine Ahnentafel hat, denn nur dann wird er vom Ausrichter zugelassen.

Der Handel mit Hunden wurde durch Zeitschriftenserien und Fernsehsendungen der breiten Öffentlichkeit aufgezeigt und mit Recht gebrandmarkt. Als Hundefarmen sind alle die Zuchtstätten zu verstehen, die pro Jahr mehr als 36 Welpen einer oder mehrerer Rassen aufziehen. In diesen Großbetrieben ist „Ihr" Welpe nur eines von vielen Produkten, die bei denkbar ökonomischer Haltung ein Maximum an Gewinn abwerfen müssen. Aus diesen Hundefarmen werden die Welpen oft noch im Saugalter (also vor der 8. Lebenswoche) an die Händler verkauft. Dort können Sie dann im Schaufenster die Kleinen bewundern oder bemitleiden. Zum Glück für unsere Rasse haben nur die wenigsten Kaufhäuser oder Zoogeschäfte Bernhardiner vorrätig.

Warum soll man die im Handel angebotenen Welpen nicht kaufen? Dafür seien hier einige Gründe genannt:

  1. In den wenigsten Fällen erfahren Sie, aus welchem „Stall" Ihr  Welpe kommt. Die „Züchter" bleiben meist unbekannt.
  2. Keiner wird Ihnen sagen, unter welchen Bedingungen Ihr Welpe heranwuchs. Wollen Sie kein Tier mit eventuellen psychischen Frühschäden kaufen, sollten Sie aber hierüber Bescheid wissen.
  3. Na, sie wissen schon, nicht jeder Stammbaum wird anerkannt!
  4. Je größer der Welpenproduktionsbetrieb ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Welpen in frühester Jugend den für ihre Wesensentwicklung so wichtigen Kontakt zum Menschen haben.
  5. Da Sie die Eltern der Welpen nicht gesehen haben, wissen Sie nichts über ihr Wesen, das in wesentlichen Zügen weitervererbt wird.
  6. Impfungen bedeuten nicht immer absoluten Schutz. Die vom Verkäufer versprochenen müssen nicht tatsächlich verabreicht worden sein. Achten Sie daher auf die bestätigenden Angaben im Impfpaß.
  7. Verhaltensstörungen aufgrund des zu langen und in zu engen Behältnissen durchgeführten Transportes sind nicht selten, müssen sich aber nicht sofort zeigen.
  8. Mangelkrankheiten wie Rachitis können durch Massenaufzuchten vermehrt auftreten.
Aus diesen Gründen sollte man jeden Hund, gleich welcher Rasse, ausschließlich beim anerkannten Züchter kaufen. Adressen vermitteln die Rassehundeverbände.

Vielleicht haben Sie Glück und in Ihrer Nähe wohnt ein Züchter. Melden Sie sich für einen unverbindlichen Informationsbesuch an. Wird Ihnen dies verwehrt, stimmt dort etwas nicht, denn normalerweise sind die Züchter sehr stolz auf ihre eigenen Hunde und zeigen sie gerne vor.

Schauen Sie sich bei einem solchen Besuch alles genauestens an. Registrieren Sie, ob die Hunde genügend Auslauf haben oder in kleinen Käfigen sitzen müssen. Sauberkeit ist in einem Zuchtzwinger oberstes Gebot. Kot und Futterreste sollten nach Möglichkeit nicht zu finden sein. Achten Sie besonders darauf, wie die Hunde sich dem Züchter gegenüber verhalten. Sind sie ängstlich oder gar aggressiv? Oder freuen Sie sich, wedeln mit dem Schwanz und wollen geschmust werden? Das gleiche gilt für die Welpen, denn im Alter von sechs bis acht Wochen suchen sie normalerweise den menschlichen Kontakt. Lassen Sie sich genauestens über die Fütterung informieren. Viele Züchter geben Futteranleitungen für ihre Welpen mit. Lassen Sie sich die Elterntiere zeigen. Haben Sie die Absicht, mit Ihrem Hund später Ausstellungen zu besuchen oder gar zu züchten, lesen Sie gründlichst die Rassemerkmale durch, vergleichen Sie dann mit den Elterntieren und holen Sie sich Rat beim Zuchtwart.

Keine Angst, Sie brauchen deshalb nicht gleich Klubmitglied zu werden. Alle Welpen scheinen niedlich; vergleichen Sie trotzdem, indem Sie mehrere Züchter aufsuchen. Es ist selbstverständlich, daß jeder Züchter glaubt, er habe die besten und schönsten Welpen.

 

 


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