Meine Bernhardiner Seite

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Der Sankt Bernhard Pass

bDer Ursprung des Bernhardiners ist untrennbar dem mit dem Gebirgspass und dem Kloster verbunden, die den gleichen Namen tragen. Der große St. Bernard Pass, der seinen Weg zwischen der Schweiz und Italien hat, liefert eine reiche Geschichte. Wenn die Felsen, die den Paß des Großen St. Bernhard bilden, reden könnten, würden sie uns nicht nur fast das gesamte geologische Abenteuer unseres Planeten erzählen, sondern auch die Geschichte der Menschheit von der Bronzezeit bis in unsere Tage. Als Verbindungspunkt zwischen den Ländern des Mittelmeeres und Nordeuropas ist dieser Paß in einer Höhe von 2472 Metern im Herzen der Alpen über tausende von Jahren wie eine Theaterbühne für den ununterbrochenen Fluß von Menschen und Kultur gewesen.

Während der gallischen Kriege im Jahre 57 vor Chr. versucht Caesar die alpinen Stämme zu erobern und einen sicheren Durchgang über die Alpen zu erstellen. Aber erst 7 bis 6 vor Chr. gelang es den römischen Legionen unter Augustus, die alpine Region zu erobern und den Durchgang zu sichern.

Der kleine Pfad über dem Summus Poeninus, wie der St Bernhard damals genannt wurde, wurde durch Kaiser Claudius im Jahr 43 vergrößert. Dem verbesserten Weg wurde der Rang einer imperialen Straße gegeben. Römische Garnisonen von Aosta und Martigny waren für die Sicherheit der Reisenden verantwortlich. Ein kleiner Tempel zu Ehren Jupiters (Jovis) wurde in einer Höhe von 2464 Metern auf dem Paß errichtet. Der Paß war die wichtigste Überquerung der und der kürzeste Weg zur eben eroberten Provinz Britannia. Zu Ehren Jupiters wurde der Berg in " Mons Jovis" umbenannt.

aNach dem Einfall der Teutonics (beginnend um das Jahr 500), verlor der Paß seinen Wert und wurde in den folgenden Jahrhunderten immer weniger verwendet. Die Straßen, die zum Paß führten waren bald in einem desolaten Zustand. Während des Mittelalters gewann der Paß wieder an Bedeutung, wurde aber von Räubern und Dieben belagert welche die Reisenden überfielen.

Die Legende besagt, daß das Kloster um das Jahr 950 durch den heiligen Heiligen Bernard von Montjou (Diakon in Aosta) gegründet wurde. Historische Fakten bestätigen allerdings ein Treffen zwischen Bernard und dem Kaiser Henry IV im Jahre 1086 wo beide Männer in Pavia waren. Bernard versuchte (vergeblich) Henry IV zu überzeugen, nicht in den Krieg gegen Papst Gregor VII zu ziehen. Bernard starb am 12. Juni, kurz nach diesem Treffen und wurde am 15. Juni begraben. Demnach ist es unwahrscheinlich, daß Bernard das Kloster 130 Jahre vor seinem Tod gegründet hat. Es wird angenommen, daß das Kloster um das Jahr 1050 gegründet wurde. Die bösen Geister die Bernard angeblich besiegte waren vermutlich die Räuber und Banden die den Paß belagerten.

Einmal gegründet, benötigte das Kloster ein zuverlässiges Einkommen um seine Aufgaben erfüllen zu können. Eine komplette Liste aller Abgaben ans Kloster begann im Jahre 1125. 1177 stellte Papst Alexander III das Kloster unter päpstlichen Schutz.

Der Durchgang über den Mont-Joux, wie der Paß damals genannt wurde, gewann seinen vorherigen Wert für Handelsvertreter und Pilger nach Rom wieder. Während der folgenden vierhundert Jahre entwickelte sich das Kloster zu seiner aktuellen Größe. Er war im sechzehnten Jahrhundert, als dem Paß und dem Kloster der Name des Heiligen Bernard gegeben wurde.

Selbst heute, wo bequeme Straßen und hochmoderne Tunnels dem Paß den alpinen Verkehr entzogen haben, hat der große St. Bernhard nicht aufgehört Ziel von Besuchern und Wallfahrern aus der ganzen Welt zu sein. Es gelingt niemandem sich der mysteriösen und uralten Faszination dieses Ortes zu entziehen.

Der Ursprung der Bernhardiner

Die Wurzeln

Über den Ursprung des Bernhardiners gibt es zahlreiche Hypothesen, die  aber keineswegs alle sind bewiesen sind. Der Bernhardiner ist der größte Hund aus der Gruppe der Molosser. Die wohl glaubhafteste Theorie haben C. Keller, H. Kramer und A. Heim aufgestellt. Ihr zufolge stammt der Bernhardiner vom  schweren Molosser« altassyrisch babylonischer Herkunft ab. In den sumerisch-arkadischen und assyrisch babylonischen Kulturen sind eindeutige Beweise für die Existenz von bernhardinerähnlichen Hunden zu finden. Die auf ein Alter von mehr als 2500 Jahre geschätzten Schädelknochen von Hunden aus dem antiken Assyrien (heute im British Museum in London zu sehen) erinnern aus der Nähe betrachtet sehr stark an den Schädel des modernen Bernhardiners. 1 Dort wird ebenfalls die erste "Abbildung" eines Bernhardiners aufbewahrt. Eine gründliche Untersuchung konnte ihre Entstehung auf die Zeit von etwa 650 v.Chr. datieren. Es handelt sich hier um die berühmte Scherbe eines Opfergefäßes aus Terracotta, die in der Ausgrabungsstätte Birs Nimrud, nahe Babylon, entdeckt wurde. In Basrelief zeigt sie einen riesigen Molosser, den ein Sklave an der Leine führt. Das Tier ist so groß, dass es mit dem Kopf fast die Schulterhöhe seines Begleiters erreicht. Körpergröße, Muskel- und Skelettentwicklung sowie die Haltung des Hundes drücken außergewöhnliche Kraft und Stärke aus und zeigen Besonderheiten, die sich nach so vielen Jahrhunderten doch vollständig auf den modernen Bernhardiner übertragen haben. Weitere Basreliefs und diverse Graffiti assyrischer Herkunft , die beim Palast von König Assurbanipal (669-631 v.Chr.) gefunden wurden, zeigen große Hunde bei der Jagd auf Löwen und Wildesel. Bei diesen Tieren handelt es sich ohne Zweifel um Molosser von recht wildem Aussehen, doch von leichterem Typ. Nur die genannte Terracottascherbe bietet uns ein erstes realistisches Bild des Mastiffs, schweren Typs und damit von den Ahnen unseres Bernhardiners.

Obwohl die Assyrer sich auf alle möglichen Arten von Handwerk und Kunst verstanden galt ihr hauptsächliches Interesse der  Tierzucht, einschließlich der Zucht von Molossern für die Jagd. Ein besonderer Anhänger und Förderer dieser Hunde war König Assurbanipal. Seine bevorzugte Jagd galt dem Löwen. Einen solchen zu besiegen, betrachtete man in jener Zeit als Beweis geradezu mystischer Tapferkeit. Es war ein Merkmal des Herrschers. Der große König ließ seine mächtigen Mastiffs mit viel Sorgfalt züchten und aufziehen. Nach den eingeritzten Schriftzeichen auf den irdenen Runen zu urteilen, wurden die Hunde auf unmissverständliche Namen getauft welche das Gebaren und die Aufgabe der Tiere wiedergaben.

2In einer etwas kleineren Version entwickelte sich aus dem "leichten Tibet-Mastiff" der assyrisch-babylonische Molosser. Obschon er eine seltene Rasse geblieben ist hat er sich bis in unsere Zeit erhalten. Hin und wieder kann man einige Vertreter auf Ausstellungen in Mitteleuropa treffen.

Der antike Riesenmolosser hingegen entstand aus der "schweren Tibet-Dogge", die mittlerweile vollkommen ausgestorben ist.

Die antike Geschichte

Das Nebeneinander von leichten und schweren Mastiffs begann schon in grauer Vorzeit und hat bis zur heutigen Zeit molossoiden Rassen entscheidend beeinflußt, da es immer wieder Missverständnisse über ihren Ursprung schuf.

Als großes Seefahrervolk trugen die Phönizier in wesentlichem Maße zur Verbreitung vieler Hunderassen bei, darunter auch Mastiffs beider Schläge. Da sie blühende Handelsbeziehungen mit den Bewohnern der Britischen Inseln unterhielten, machten sie die großen Molosser auch dort bekannt und beliebt.Diese Hunde wurden in der Folgezeit zu den Uranen des modernen englischen Mastiffs.

3Xerxes, König des Persischen Reiches führte um das Jahr 470 v.Chr. assyrische Molosser in Griechenland ein. Während einem seiner vielen Expansionskriege wurden diese Tiere dann von Pyrrhus, dem König von Epirus, weiter in den Mittelmeerraum gebracht. Schon zu jener Zeit waren die Mastiffs unter dem allgemeinen Namen "Molosser" bekannt (nach der griechischen Region Molossia).

Zeitgenössische Chroniken berichten, dass im Jahre 326 v.Chr. 156 Molosser in den Arenen zum Kampf mit wilden Tieren und Gladiatoren antraten. Alyates, König von Lidyen, besaß ein wahres Heer von Molossern was zur Folge hatte ,daß er den Verwaltern seines Reiches eigens Instruktionen über die Beschaffung von Vieh zur Ernährung der vierbeinigen Soldaten erteilen musste.

Die römische Geschichte

Die Römer ließen in ihren Arenen leichte Molosser gegen Wölfe, Bären und Büffel kämpfen, die schweren gegen Löwen, Gladiatoren und Sklaven. (Viele christliche Märtyrer, die gezwungen wurden, sich mit Tierfellen zu verkleiden, wurden von solchen Monstern zerrissen). Der hauptsächliche Gebrauch, den die Römer von ihren Hunden machten, lag im kriegerischen Einsatz. Die Mastini vom leichten Schlag, die durch Rüstungen und Kettenhemden geschützt von Pfeilen nahezu unverletzbar waren, liefen beim Angriff vor der Infanterie und waren oft ausschlaggebend für den Ausgang der Schlacht. Anschließend griffen, von nur wenigen Soldaten begleitet, die schweren Mastini ein und machten die eroberten Stützpunkte praktisch uneinnehmbar.

Beim heutigen Pass wurde von den Römern ein Tempel errichtet, der Jupiter geweiht war, und entsprechend "Mons Jovis"genannt wurde. In der Umgebung des Tempels bauten sie Schutzhütten für die Legionäre, deren Aufgabe es war, den Paß zu schützen, nebst Unterkünften für ihre Hunde. Später setzten alle römischen Garnisonen die schweren Molosser bei der Kontrolle der eroberten Pässe im Aostatal und im Wallis ein. Die Unterkunft und der Jupitertempel wurden von den Römern dort erbaut, wo heute die Statue des Heiligen Bernhard steht.Von diesem Gebäude existieren heute keine Spuren mehr. Ebenso wenig von jenem anderen, auf das ein Dokument Ludwigs des Frommen (832) hinweist. Zunächst auf dem schweizerischen Hang errichtet (gegen das heutige Bourg St. Pierre) wurde die Unterkunft dann 859 auf den Gipfel des Berges verlegt, wo Bernardo da Mentone das heutige Hospiz wiederaufbaute, nachdem das vorherige von den Sarazenen zerstört worden war.

Gegen Ende der römischen Vorherrschaft konnten sich die großen Molosser nicht nur im Aostatal und im Wallis verbreiten, sondern auch im Jura, im Berner Oberland und im Kanton Vaud, wo sie als Wächter von Handelsniederlassungen und Militärposten eingesetzt wurden.

Die mittelalterliche Geschichte und das Hospiz des Großen St. Bernhard

Um Kastelle und Klöster in den Tälern zu beschützen wurden die Molosser im Mittelalter von Feudalherren und religiösen Orden übernommen. Diese Hunde erhielten sich  typologisch und genetisch über etliche Jahrhunderte intakt. Zuerst wurden sie als "Mastini der Alpen" oder "Alpenmastiffs" benannt, dann als "Hunde von St. Bernhard", (wie sie ab dem 19. Jh. hießen).

Das Hospiz vom Großen St. Bernhard wurde 1049 mit der Absicht gegründet, allen Wanderern, die damals ausschließlich zu Fuß im Gebirge reisten, Hilfe, Beistand und Schutz zu bieten. Die Gebäude, die das Hospiz bildeten, wurden mehr als einmal verbessert und vergrößert; einige von ihnen sind bis heute erhalten geblieben. Der Große St. Bernhard wurde im Laufe der Zeit ein Bezugspunkt für Reisende, aber auch für Banditen, die allerdings nach einer Periode ständiger Raubzüge, erheblich an Zahl abnahmen und schließlich völlig verschwanden. Es ist anzunehmen, dass die ersten schweren Mastini des Hospizes dazu eingesetzt wurden, die Berge von Banditen und Raubtieren zu "säubern", und dass sie erst später als Rettungshunde Verwendung fanden.

Das erste "mittelalterliche" Bild des schweren Molossers, d.h. des modernen Bernhardiners, geht etwa auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurückgehtund war  auf einen Helmschmuck des schweizerischen Geschlechts Heiligberg gezeichnet. Die Dokumentation von Molosser-Zuchten kann man (mit präzisen Angaben zur Abstammung), im Landesmuseum von Bern einsehen. Es war der Ehrgeiz schweizerischer Aristokraten, die Reinheit der großen Molosser zu erhalten.

Die Mönche vom Großen St. Bernhard beschlossen, für ihre Rettungsarbeit auch Hunde als Hilfe einzusetzen. Dank der außergewöhnlichen Gaben an Kraft und Widerstandsfähigkeit, die unerlässlich für eine Arbeit sind, die fast ständig an die Grenzen des Überlebens führt fiel ihre Wahl auf die großen "römischen" Molosser, die es im gesamten helvetischen Gebiet und im Aostatal gab.

Ihre Größe und Stärke wurden durch Inzucht erhalten. Die jahrhundertlange Selektion, welche die Mönche betrieben, um Intelligenz und Geruchsinn der großen Hunde zu verbessern, führte zur anatomischen Veränderung des Schädels, der sich von fast flach in konvex  verwandelte, eine Charakteristik, die noch heute bei der morphologischen Bewertung des Bernhardiners von Bedeutung ist. Tatsächlich waren die Bernhardiner vor der Zeit des Ausstellungswesens,als sie ausschließlich für ihre Arbeit gezüchtet wurden, typische schwere Molosser.

In welchem Jahrhundert die Mönche begannen, ihre Hunde als Rettungshunde zu nutzen ist schwer zu sagen. Man kann jedoch davon ausgehen, dass dies 200 bis 300 Jahre nach der Gründung des Hospizes (1049) geschah. Vor dieser Zeit gibt es keine sicheren Hinweise über die Anwesenheit der Hunde auf dem Hospiz, zumal der Jupitertempel und die nebenliegenden Gebäude 950 vollkommen von den Sarazenen zerstört wurden. Nachdem ein Brand das Hospiz 1555 heimsuchte, ging leider fast das gesamte Archiv verloren, und aus dem, was verblieb, lassen sich keine sicheren Informationen ableiten. Erst gegen Mitte des 17. Jh. gibt es eindeutige Hinweise auf die Präsenz der Molosser im Hospiz.

Die Hospizhunde

Die ersten Hunde wurden vermutlich zwischen 1660 und 1670 im Hospiz gehalten. Die erste schriftliche Referenz auf Hunde im Hospiz datiert von 1703. Die Zahl der Besucher des Hospizes wuchs derart, daß es 1898 zwischen 18.000 und 20.000 Reisende im Jahr waren. Besucher wurden drei Tage freie Unterkunft und Essen (welches vorwiegend aus Brot und Fleisch bestand) gewährt.

1In de Archiven von 1707 kann man lesen "Wir haben einen Hund in einer Lawine verloren". 1731 werden Pelze von den Hunden als Bettvorleger erwähnt. Eine Rechnung von 1735 zeigt die zu zahlende Reparatur eines Hunde-Halsbandes. 1787 haben die Hospizhunde eine Bande von Banditen erfolgreich bekämpft. Dies sind die ersten geschriebenen Dokumente über Hunde im Hospiz.

Die Hospizhunde wurden fast immer als außergewöhnlich groß beschrieben. Dieses muß allerdings als relative Größe gesehen werden und war vermutlich beträchtlich kleiner als die Größe vom modernen Bernhardiner. Chroniker scheinen darin übereinzustimmen, daß die Farbe der Hunde gewöhnlich rot-weiß war. So war der rot-weiße Farbton, die einige erkennbare Eigenschaft des Bernhardiners. Infolgedessen wurden viele rote Bauernhofhunde, deren Vorfahren nie das Hospiz gesehen hatten, von geschäftstüchtigen Bauern als echte Bernhardiner verkauft.

2Hospizhunde erreichten kein hohes Alter und bei verschiedenen Gelegenheiten waren gar keine mehr im Hospiz vorhanden. In der "Tierbörse" von 1899, einer Zeitschrift die Tierfreunden gewidmet war, steht, daß die "Hunde vom Heiligen Bernhard" nicht das übliche Alter erreichen, sondern 6 bis 8 Jahre das Maximum ist ... dieses ist ein Resultat der Feuchtigkeit in ihren Lagern, welche zu Rheumatismus führt.

Für die Mönche war es nicht schwierig, sich mit ähnlichen Hunden zu versogen, wenn die Notwendigkeit auftrat. In der Isolation des Hospizes auf dem St. Bernards Paß konnten lokale Arten sich eher schnell entwickeln.

3Bis zur Jahrhundertwende waren rot- weiße Hunde sehr verbreitet. Wir können sie als "Käsereihunde" oder allgemeine Bauernhunde auf Postkarten bewundern. Prof Studer sagte: " In großen Teilen der Schweiz, in den Tälern und in den Bergen, wird ein mittelgroßer schwerer Hund meistens langhaarig, aber auch mit kurzen Haaren  und hängenden Ohren als Wachhund gehalten.

Ein Engländer, der die Schweiz besuchte um Bernhardiner zu kaufen hinterließ einen Bericht seiner Reisedaten von 1860. Sein Ausgangsgedanke war, sich einige Hunde vom Hospiz zu verschaffen. Was er als idealen Bernhardiner betrachtete, fand er jedoch im Kanton Bern. Nachdem er mehrere Hunde gekauft hatte, fand der Engländer einen anderen Hund in Freiburg welchen er auch kaufte. Dabei störte ihn die Tatsache nicht, daß dieser Hund schwarz mit braunen und weißen Markierungen war, und nicht wie der "originale" Bernhardiner von rot- weißer Farbe.

4Obwohl es vielleicht eine traurige Tatsache ist, muß doch gesagt werden, daß der Ursprung des Bernhardiners bei den alten "Kühenhunden" gesucht werden muß, da sie bis Mitte des 19. Jahrhunderts sehr verbreitet waren. Berichte, Bilder und Sammlungen von Skelett Material lassen nur eine Zusammenfassung zu:

  • Von Zeit zu Zeit zeigten einige der lokal im Hospiz gezüchteten Bernhardiner die schwere Hauptform.
  • Die Engländer bevorzugten die schwere Hauptform und haben vorwiegend in diese Richtung gezüchtet.
  • Unterschiedliche Kopfformen halfen dabei den gewöhnlichen Bauernhund von dem zu trennen war fürs Geschäft vorteilhafter und wünschenswerter war.

 

Kurz und langhaarige Bernhardiner

3Wo ist der Ursprung des langhaarigen Bernhardiners? Heim und Schumacher glaubten, daß die Mönche des großen St Bernard ihre Hunde mit Neufundländern kreuzten, weil dem Neufundländer der Ruf eines Lebensretters zuteil wurde.

Die Kreuzung, die in den langhaarigen Bernhardinern resultierte könnte jedoch komplizierter sein als ursprünglich angenommen. Etwa um 1830 kamen Neufundländer aus Stuttgart. Während dieser Zeit wurde Herr Essig in experimentelle Kreuzungen zwischen Neufundländern, Bernhardinern und großen Pyrenäenhunden miteinbezogen. Es wird geglaubt, daß diese Kreuzungen die ersten Leonberger hervorgebracht haben.

Die erste Erwähnung der Leonberger Zucht war 1846, etwa vierzehn Jahre nach der ersten überlieferten Kreuzung durch Heim und Schumacher. Jedoch macht dies den Leonberger nicht zur Zentralfigur bei der Grundlage des langhaarigen Bernhardiners. Es ist bekannt, daß Herr Essig Bernhardiner aus dem Hospiz verwendet hat, und als Bezahlung zwei Leonberger dorthin geschickt hat. 4

Der Neufundländer ist ohne Zweifel ein direkter Vorfahre sowohl des langhaarigen Bernhardiners als auch des Leonbergers. Ob der Leonberger, der Neufundländer oder eine Kombination aus den Beiden nun die Grundlage für lange Haare bildete bleibt eine offene Frage. Obwohl der Leonberger vor 1846 nicht erwähnt wurde, hat Herr Essig schon vor diesem Datum an dem Entwickeln der Zucht gearbeitet.

Um die Materie weiter zu verwirren, erwähnen Max Siber und Siegmund Züchtungen zwischen Bernhardinern und langhaarigen Hunden aus dem Kanton Valais. Siegmund berichtet, daß diese Kreuzungen gelegentlich langhaarige Welpen hervorbrachte. 1884 erwähnt Max Siber diese Hunde in seiner kurzen Geschichte über die Bernhardiner in seinem ersten Schweizer Zuchtbuch

2Anlässlich des 75.Jahrestages des Schweizer Bernhardinerclubs berichtet Dr. E. Schmid in seinem Essay über eine Kreuzung zwischen Bernhardinern und Neufundländer im Jahre 1856. Schumacher erwähnte diese Zucht nicht und macht es damit schwer die Geschichte zu überprüfen. Geschichten, den Neufundländer betreffend, bleiben zweifelhaft. In den Archiven des Hospizes existieren keine Beweise, die ihre Authentizität beweisen könnten

Langhaarige Bernhardiner entsprachen nicht den Bedingungen für die Arbeit in den Bergen und wurden Herren in den Tälern gegeben. In den Tälern wurden die schöneren langhaarigen Tiere den stockhaarigen vorgezogen. Für lange Zeit war die allgemeine Meinung, die Bernhardiner seien immer langhaarig gewesen, und das langhaarige Tier sei wertvoller als das Stockhaarige.

1Graf v. Rougemont gab einen originalen stockhaarigen Bernhardiner aus dem Hospiz an Herrn Klopfenstein in Neuenegg. Herr Klopfenstein, seinerseits verkaufte ihn 1855 an Schumacher. Der Name des Hundes war Barry I und er wurde ein wichtiges Glied in Schumachers Züchtungen.

In den Vereinigten Staaten vertritt man die Meinung, dass mindestens in jeder zweiten oder dritten Generation, stockhaarige Hunde verwendet werden müssen um die Rasse rein zu halten.

Züchter, sowohl in der Schweiz sowie auch in den USA, glauben, daß langhaarige Bernhardiner größer werden als stockhaarige.

Die Rettungen (und lebensrettenden Arbeiten der Bernhardiner)

1Die Hospizarchive verraten nicht, wann die ersten Hunde für Rettungsarbeiten eingesetzt wurden. In der Beschreibung des Hospizes", welche 1644 für das "Acta Sanctuorum" geschrieben wurde befindet sich die Tagesordnung des Hospizes mit einer Beschreibung und Aufzählung der Aufgaben der Mönche und ihrer Diener. Es werden aber keine Hunde erwähnt.

Es ist nicht sicher, ob die Anmerkung von 1707 " Ein Hund in einer Lawine verloren" sich auf einen Hund bezieht der für Rettu3ngsarbeiten benutzt wurde. Aufzeichnungen belegen, daß um 1750 Marronniers routinemäßig von Hunden begleitet wurden. Die Hunde halfen die Wege für die Reisenden frei zu machen. Die Aussagen über Rettungsarbeiten wurden zahlreicher als die Zahl der tödlichen Unfälle abzunehmen begann. Der Primärzweck der Hunde, war es den Retter zu begleiten, da ihr ausgezeichneter Orientierungssinn sich meistens als sehr vorteilhaft ergab. Die Hunde besaßen die Fähigkeit, sicher durch dichten Nebel oder schwere Schneestürme zu manövrieren. Die Hunde wurden immer von einem Mönch oder Marronnier begleitet. Erst später hören wir von Ausflügen die die Hunde auf eigene Faust übernahmen.

2Während der etwa 200 Jahre in welchen die Hunde auf dem St Bernard Paß gedient haben, wurden etwa 2.000 Leute gerettet. Als Napoleon und seine Arme im Mai 1800 den Paß überquerten, waren dies etwa 250.000 Soldaten. Die Retter und ihre Hunde waren so gut organisiert, daß zwischen 1790 und 1810 nicht ein einziger Soldat sein Leben in der frierenden Kälte der Berge verlor. Die letzte dokumentierte Rettung datiert von 1897. Ein 12Jähriger Junge wurde nahezu erfroren in einem Spalt gefunden und von einem Hund aufgeweckt.

Das legendäre Faß das unter den Hals gebunden wurde, scheint jedoch duch vom Alpinisten Meissner erfunden worden zu sein. 1816 schrieb er "Die Hunde haben öfter ein kleines Faß mit alkoholischen Getränken, und einen Korb mit Brot um ihren Hals gebunden." Die Chroniker vom Hospiz erwähnten nie ein Faß. Canonicus Murith erwähnte jedoch im Jahre 1800 einen kleinen Sattel, mit dem die Hunde Milch und Butter von der Molkerei in La Pierre zum Hospiz trugen.

4Die Legende über Barry, der ein Kind gerettet haben soll, indem er es auf seinem Rücken trug ist nicht zutreffend. Es ist eine reine Erfindung, erzählt, und weitererzählt, durch viele Autoren ( Scheitlin, Tschud, Brehm, Strebel, etc..) Zeit seines Lebens war Barry eine Legende. Die Geschichte, wahrscheinlich von P.Scheitlin  erfunden, wurde in vielen Büchern und Zeitschriften zitiert. Obwohl erfunden, war diese Geschichte von von großer Bedeutung für den steigenden Ruhm der Berhardiner-Hunde.

Barry, der wohl berühmteste Bernhardiner, hat von 1800 bis 1812 im Hospiz gelebt. Mit seiner Hilfe wurden über 40 Leute gerettet. Ein Mönch eskortierte den alternden Barry nach Bern, wo er 2 Jahre später starb. 1815 wurde Barrry's Körper im Naturgeschichtsmuseum ausgestellt, wo er bis heute bewundert werden kann.

Der legendäre Barry

1Der berühmteste aller Hunde auf dem St. Bernhard war Barry, Retter von mehr als 40 Menschen, dessen psychische Eigenschaften noch heute für die Rasse beispielhaft sind. 
Barry wurde im Jahre 1800 von Alpina nach dem Rüden Pluto, als letzter von drei Geschwister geboren. Vom Welpenalter an zeigte er außergewöhnliche Anlagen, und ein bisschen Ausbildung genügte, um aus ihm einen perfekten Rettungshund zu machen. Sein Eifer war erstaunlich, und nie war es nötig,  ihn zu seiner Arbeit zu begleiten. Wenn er dank seiner äußerst akuten Sensibilität anzeigte, daß jemand in Gefahr war, konnte niemand ihn mehr im Hospiz halten. Fast wie im Trancezustand, geführt von okkulten Kräften, ging er bei jedem Wetter hinaus, um den vermißten Wanderer zu suchen. Bis 1812 lebte er im Hospiz. Die rührende Legende, nach der  Barry einen kleinen, im Schnee liegenden Jungen durch intensives Belecken weckte und ihn dann bewog, sich auf seinen Rücken zu setzen, um ihn zum Hospiz zu tragen, ging in alle Welt und verbreitete den Ruhm der Rasse. Leider ist diese Geschichte bis heute nicht bewiesen. 2

Barry wurde 1812 von einem Mönch nach Bern gebracht. Dies ist eine Tatsache die Heinrich Schumacher 1866 von dem alten Prior bestätigt bekam. Barry blieb in Bern und starb hier Ende1814 mit fast 15 Jahren an Altersschwäche. Sein Körper wurde dem Naturgeschichtlichen Museum geschenkt, wo man ihn einbalsamierte und ausstellte.

Das Hospiz ehrte Barry dadurch, daß es weiterhin immer einen Hund hatte der auf den Namen Barry hörte, auch wenn keiner seiner Nachfahren den gleichen Ruhm erlangen konnte wie Barry.

3Der ausgestopfte Barry, im Naturgeschichtsmuseum in Bern ausgestellt, zeigt einen großen, schweren Hund, aber doch um einiges kleiner als der moderne Bernhardiner. Während heutige Bernhardiner zwischen 65 und 85 kg wiegen, wog Barry weniger als 50 kg (wahrscheinlich zwischen 40 und 45 kg). Barry's ausgestopfte Höhe ist etwa 64 cm, aber der lebende Barry war wahrscheinlich etwas kleiner.

Der ausgestopfte Barry zeigt einen Kompromiß zwischen dem wie sein Ausstopfer (oder sein Chef, der Direktor des Museums) sich einen repräsentativer Bernhardiner vorstellte und dem wirklichen Aussehen Barrys. Sein Kopf wurde so verändert, dass er das darstellte was 1923 populär war. In anderen Worten : Barry war ein echter "Küherhund".

41923 wurde der alte ausgestopfte Barry "generalüberholt" da sein Körper ziemlich spröde geworden war und sein "Mantel" sich in über 20 Teile aufgelöst hatte. Es ist der Kunstfertigkeit des folgenden Ausstopfers, Georg Rurecht zu verdanken, daß Barry so sachgerecht konserviert wurde.

5Heute, 187 Jahre nach seinem Tod, hat Barry noch die Ehre im Haupteingang des Museums ausgestellt zu werden. Er ist eine ewige Erinnerung an die viele Arbeit die von so manchen Hunden auf dem großen St. Bernhard verrichtet wurde.

Die Inschrift auf dem Barry-Monument (zeigt einen langhaarigen Hund, allerdings ohne offensichtliche Ähnlichkeit zu einem Bernhardiner) in Asnière in der Nähe von Paris sagt: "Il sauva la vie à 40 personnes. Il fût tué par la 41ème"(Er rettete das Leben von 40 Personen. Er wurde von der 41. getötet). Dies entspricht nicht der Wahrheit.

 

 

 


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